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  Landesgartenschau 2002

Bad Zwischenahn/Rostrup

 

  Einführungsvortrag von Jörg Michael Henneberg

Holz ist ein ganz besonderes Material, vor allem dann, wenn es sich um zweieinhalbtausend Jahre alte Mooreiche handelt. Jochen Kusber hat sich seit einiger Zeit mit seiner Beschäftigung mit diesem fantastischen Material einen Namen erworben. Erinnert sei an seine Werkreihe, die auf der Landesgartenschau in Bad Zwischenahn/Rostrup zu sehen war.

Kein geringerer als Pablo Picasso hat einst festgestellt, dass man die Steinzeit doch eigentlich Holzzeit nennen sollte, weil mit Sicherheit die meisten Bildwerke jener fernen Jahrtausende eben aus diesem Material geschaffen worden seien. Wer sich mit Holz beschäftigt, der besitzt in der Regel eine ganz besondere Affinität für Bäume. Bäume wachsen, gedeihen und vergehen. Nicht allzu fern ist jener schöne Brauch, dass bei der Geburt eines Kindes ein Bäumchen gepflanzt wurde, um sozusagen das Symbol des Lebens ganz konkret parallel dem menschlichen Sein zur Seite zu stellen.

Jochen Kusber ist fasziniert vom Leben der Bäume, vom Kreislauf des Werdens und Vergehens. Seine Formensprache greift Archaisches auf und übersetzt es kongenial in eine neue und zeitgemäße Form. Man liegt nicht ganz fehl, wenn man in den Holzwerken von Jochen Kusber Archaisches und Expressionistisches ausmacht. Erinnert sei daran, dass es gerade die Maler der "Brücke" gewesen sind, die der Rauheit des Holzes, dem Verlauf der Maserung, eben also dem Rauen und Spröden, dem Unverwechselbaren gestalterische Möglichkeiten abgelauscht haben.

Die Holzschnitte eines Ernst Ludwig Kirchner, Erich Heckel und Karl Schmidt-Rottluff verleugnen nirgendwo das Werkmaterial, sonder es scheint mir, dass es die jeweilige Holzplatte gewesen ist, die in ihrer Unverwechselbarkeit die Form vorgegeben und den Inspirationsfluss in Gang gesetzt hat. Auch Jochen Kusber lässt sich vom Holz inspirieren. Der Künstler findet die Form bereits im Werkmaterial angelegt. Er schält sie aus dem Urgrund heraus und macht so aus NAtur Kunst. Manchmal sind nur sehr geringfügige Akzentuierungen notwendig, um dem Werkstück eine künstlerische Form zu geben. Und doch sind die Dinge auf besondere Weise Gestalt geworden.

     
     
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